Erhöhung der Hafensicherheit durch Kransimulatoren der nächsten Generation

Hafenkräne und ihre Fähigkeit, Güter sicher und effizient von und auf Schiffe zu be- und entladen, spielen eine entscheidende Rolle im Welthandel und der Integration von Lieferketten. Jede Unterbrechung des Kranbetriebs hat daher erhebliche Auswirkungen sowohl auf die Produktivität der Hafenterminals als auch auf den Warenfluss. Dennoch machen Unfälle mit Hafenkränen 17 % aller Versicherungsansprüche von Terminalbetreibern aus , wobei über 70 % dieser Ansprüche auf Unfälle und Probleme mit Kaikränen zurückzuführen sind.

Zu den direkten Kosten für Schäden an Ausrüstung, Schiffen und Ladung kommen noch weitreichendere wirtschaftliche Folgen hinzu, da der Güterverkehr nahezu zum Erliegen kommt, was zu Rückständen führt und Reedereien zwingt, alternative Terminals zu suchen. Noch gravierender als die damit verbundenen Reputations- und Wirtschaftsschäden sind die menschlichen Kosten, da die Auswirkungen und die Schwere von Unfällen mit diesen riesigen Kränen lebensbedrohliche Situationen für die Fahrer und Arbeiter verursachen können.

Prävention der Hauptursachen von Hafenkranunfällen

Wie können wir also Unfälle mit Hafenkränen verhindern? Eine globale Analyse von Versicherungsschadendaten, die vom TT Club durchgeführt wurde, zeigt, dass die häufigsten Ursachen für Unfälle mit Kai- (oder Schiff-zu-Land-) Kränen Kollisionen zwischen Ausleger und Schiff sind, gefolgt von Portalkrankollisionen und Kollisionen, bei denen Lukendeckel das Schiff oder die Kranbeine treffen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, solche Kollisionen zu verhindern: Erstens und vor allem durch eine umfassende Schulung der Kranführer im gesamten Arbeitszyklus, einschließlich korrekter Inbetriebnahmeprozedur und Vorbetriebsprüfungen. Idealerweise findet die Schulung in einer realistischen und immersiven Simulatorumgebung statt, in der realitätsnahe Szenarien sicher geübt und die Leistung der Kranführer analysiert und zertifiziert werden kann.

Die zweite Präventivmaßnahme ist die Krantechnologie. Sie kombiniert Distanzsensoren wie LiDAR mit Bedienerassistenzsystemen wie Kollisionserkennung und Schwingungsdämpfung, die in ein modernes Kransteuerungssystem integriert sind. Auch der Hafenkransimulator spielt hier eine wichtige Rolle, da er in Kransteuerungssysteme eingebunden werden kann. So können Bediener in neuen Technologien und Funktionen geschult werden, und das erworbene Wissen lässt sich direkt auf den realen Kranbetrieb übertragen. Dies steigert die Produktivität und verhindert, dass Bediener unbekannte, fortgeschrittene Funktionen ignorieren.

Dieselbe Kombination aus simulatorbasiertem Bedienertraining und Krantechnik kann eingesetzt werden, um Stapelkollisionen zu verhindern, die die dritthäufigste Schadensursache darstellen. Weiter unten auf der Liste sind ungleichmäßige Containerbeladung und extreme windbedingte Kran- und Containerbewegungen ebenfalls wesentliche Ursachen für Hafenkranunfälle. Bediener können auf diese Vorgänge vorbereitet werden, indem sie ihnen in einer sicheren Trainingsumgebung wiederholt ausgesetzt werden und ihre Reaktionen kontinuierlich analysiert und gemessen werden, bis sie dem gewünschten Verhalten in der Realität entsprechen.

Mevea Hafenkransimulatoren: Vernetzt, präzise und in die Hafensicherheit integriert

Die Hafentrainingssimulatoren der nächsten Generation von Mevea basieren auf den Konzepten der Konnektivität, Genauigkeit und Integration in die Hafensicherheitsverfahren, um sicherzustellen, dass Kranführer in einer realistischen und sicheren Umgebung geschult werden können, Kollisionen und Unfälle zu vermeiden.

Vernetzt – Integration des Kransteuerungssystems

Die Next-Generation-Hafentrainingssimulatorplattform von Mevea ist vollständig in führende Kransteuerungssysteme integriert. Dadurch lassen sich realitätsnahe Sensorrückmeldungen und intelligente Assistenzfunktionen wie die Kollisionserkennung genauso trainieren wie an einem echten Kran. Die Integration mit den realen Steuerungssystemen ermöglicht zudem das Training kompletter Arbeitszyklen, einschließlich Anfahrprozeduren und spezifischer Spreaderfunktionen, da Layout und Rückmeldung der Kransteuerung exakt dem realen Betrieb entsprechen.

Präzise – physikbasierte Simulation von Maschine, Last und Umgebung

Die Kransimulator-Plattform von Mevea basiert auf unserer marktführenden Physik-Engine, die das reale Verhalten von Kran, Umgebung und Seilsystemdynamik mit nachweislich hohem Realismusgrad simuliert. Dies gewährleistet eine präzise Darstellung der Arbeitsumgebung und ein genaues Feedback für den Bediener, was maßgeblich zur Vermittlung sicherer Arbeitsabläufe beiträgt. Da die Bewegungen von Kran und Traverse sowie deren Interaktion mit der Last exakt berechnet werden, stehen vollständige Simulationsergebnisse für die Leistungsanalyse und das Benchmarking des Bedieners zur Verfügung.

Der Mevea-Simulator ermöglicht es Trainern außerdem, realitätsnahe Unfallszenarien wie ungleichmäßig beladene Container und Kranstörungen zu simulieren. So werden die Bediener optimal auf diese stressigen Situationen im Alltag vorbereitet. Die Simulationsgenauigkeit erstreckt sich auch auf Umwelteinflüsse und Wetterbedingungen wie starken Wind, Regen, Nebel, Sonnenstand und Störungen während der Arbeitszyklen.

Integriert in die Hafensicherheit

Die Trainingsmanagement- Software und die Übungen von Mevea lassen sich nahtlos in die Schulungskonzepte und Sicherheitsverfahren eines Hafens integrieren. Die Kranübungen von Mevea decken ein breites Spektrum an Be- und Entladevorgängen an Deck und in Laderäumen, Containerstapelübungen und das Lukendeckelmanagement ab. Alle Übungen können individuell angepasst werden, um eine reibungslose Integration in Ihre spezifischen Schulungsprozesse zu gewährleisten. Dies beinhaltet die Möglichkeit, die Übungsdauer zu variieren – von einzelnen Aufgaben bis hin zu kompletten Szenarien vom Anfahren bis zum Abschalten des Krans.

Unsere Schulungslösungen bieten zudem die Möglichkeit, spezifische E-Learning- oder Gamification-Module zu entwickeln, beispielsweise für Brandschutz oder spezifische Unfallszenarien. Diese Module basieren auf denselben präzisen Kran- und Umgebungsmodellen und können als Zertifizierungsmodul in Ihren Kranführerschulungsplan integriert werden.